Rezension zu "Morbus Konstantin" von T. Aaron Payton

Klappentext:

1864. London ist eine Stadt im Umbruch. Eine seltsame Krankheit, die einige ihrer Opfer tötet und bei anderen eine Geschlechtsumwandlung auslöst, hat zu gesellschaftlichen Skandalen und Unruhen geführt. Technische Wunderwerke und Katastrophen wie mechanische Kurtisanen, die alchimistischen Feuer Whitechapels, elektrische Kutschen und in der Themse lauernde Säuremonster haben die Stadt unumkehrbar verändert. Der Adlige Pembroke Pimm Halliday hat einem Hang zur Kriminologie, und nutzt seine scharfe Beobachtungsgabe, um sowohl der Polizei als auch Privatpersonen beizustehen ... zumindest, wenn er nüchtern ist. Ellie Skyler ist eine furchtlose Journalistin, getrieben von dem Drang, die Wahrheit aufzudecken, egal wo sie sich verbirgt. Als Pimm und Skye über eine finstere Intrige stolpern, die den berüchtigtsten Verbrecherboss der Stadt mit dem neuen Geliebten der Königin, dem berühmten Wissenschaftler Sir Bertram Oswald, in Verbindung bringt, bekommen sie es mit der gehobenen Gesellschaft und der Unterwelt gleichermaßen zu tun. Können sie die Stadt vor den geheimnisvollen Ränken eines der größten Monster der Geschichte retten und dabei den schockierenden Ursprung des Morbus Konstantin aufdecken?



Verlag: Feder&Schwert
Erscheinungsdatum: 30. August 2013
Seiten: 398 ohne Danksagung
Genre: Fantasy, Steampunk
Preis: 12,99€ bei Amazon



Inhalt:

Morbus Konstantin, so heißt die Krankheit die alles zu verändern scheint. Wen sie nicht tötet, den verwandelt sie in das andere Geschlecht. Als ob das nicht schon komisch und grausam genug wäre, bringt es auch die derzeit herrschende Ordnung völlig durcheinander. Wer bekommt das Erbe wenn der älteste Sohn auf einmal zur Frau wird oder die älteste Tochter zum Mann wird? Ellie Skyler hat bereits einen Artikel darüber verfasst und macht sich nun auf, neue Geheimnisse zu lüften. Zusammen mit dem Hobby-Kriminologen Pembroke Halliday deckt sie Verschwörungen auf, die nie für möglich gehalten wurden. Die mysteriöse Krankheit ist ab da ihr geringstes Problem.


Meine Meinung:

Da ich vorher schon Steampunk Kurzgeschichten gelesen habe, wusste ich in etwa was mich in diesem Roman erwarten wird, doch meine Erwartungen wurden weit übertroffen! Das Buch glänzt mit tollen Charakteren, einer sehr verschachtelten Handlung, viel Humor und vor allen Dingen einer sehr überzeugenden Steampunkwelt. Ihr könnt das Buch also ruhig sofort kaufen, aber ich werde natürlich auch noch etwas genauer, auf die einzelnen Punkte eingehen ;)

Die Charaktere sind hier keine Neuerfindungen und doch sehr sympathisch. Ellie Skyler ist eine Frau, die sich nicht in die Frauenrolle zwingen lässt. Sie arbeitet bei einer Zeitung und verdient sich ihr Geld somit selbst. Sie ist sich nicht zu Schade, für ihre Artkiel auch mal in schmutzigere Gefilde vorzudringen und lässt sich von Männern nichts vorschreiben. Lord Pimmbroke, auch 'Pimm' genannt ist ein reicher Mann mit Familien- und Bindungsproblemen, der dem Alkohol nicht abgeneigt ist. Er hat so viel freie Zeit und Genialität übrig, dass er im nüchternen Zustand gerne mal der Polizei bei schwierigen Fällen beisteht. Sein bester Freund Freddy bzw. seine Ehegattin Winifred ist auch eine überaus liebenswerte Figur. Mit seinem/ihrem Wortwitz und seiner/ihrer lustigen und aufgeweckten Art, wächst er/sie einem schnell ans Herz. Zusammen bilden sie ein perfektes Team aus Einfallsreichtum, Schlagfertigkeit und Mut, welches man gern bei seinem Treiben verfolgt.

Da ich die Reihenfolge, der oben genannten, positiven Dinge in diesem Buch einhalten will, kommen wir nun zum Humor bzw. zum unglaublich guten Schreibstil. Das der Autor T. Aaron Payton ein Pseudonym für Tim Pratt ist, hab ich nach ein bisschen Recherche erfahren. Dieser hat mit dem Schreiben wohl schon einiges an Erfahrungen gesammelt und es hätte mich auch verblüfft, wäre dieses Buch ein Debüt gewesen. Der Humor zwischen den Zeilen ist nämlich unglaublich gut gelungen. So tritt die eigentlich sehr kultivierte Ellie Skyler, beispielsweise in einen nicht ganz so kultivierten Pferdehaufen. Diese und andere Formulierung, sowie einige Dialoge und Monologe, haben mich mehr als einmal zum schmunzeln gebracht. Wenn ich mich weit aus dem Fenster lehne, dann würde ich sogar behaupten, dass "Morbus Konstantin", das witzigste 'Nicht-Comedybuch' ist, das ich seit langem gelesen habe.

Die sehr überzeugende Steampunkwelt ist wirklich sehr überzeugend. Für mich als Anfänger diese Genres, war sie gar überwältigend. Die Tatsache dass die Elektrizität sich dort schon so sehr auf die Technik auswirkt, die mechanischen Kurtisanen und andere Spielereien, haben das Jahr 1851 für mich unglaublich spannend gemacht. Und obwohl es damals natürlich wissentlich nicht ganz so abgelaufen ist, konnte ich es mir vorstellen. Nicht nur vorstellen, ich hätte glauben können, dass es damals wirklich so hätte sein können. Und das ist schon mal eine Leistung, die man auch würdigen muss ;)

Ebenfalls gut gefallen hat mir die Gesellschaftskritik die mit diesem Buch einhergeht, sowie einige kleinere Anspielung auf größere Geschichten, die ich euch aber nicht vor wegnehmen mag. Zum Ende hin, wurde das Buch ein bisschen fantastischer und die Ereignisse haben sich regelrecht überschlagen, doch es hat irgendwie gepasst und mich nicht im geringsten gestört.

Fazit:

Bei diesem Buch hat einfach alles gestimmt. Die Geschichte war vollkommen nachvollziehbar und sehr gut aufgebaut, die Charaktere waren liebenswert und haben super zusammengepasst und der Humor zusammen mit den Steampunkelementen macht dieses Buch zu einem absoluten Muss. Hat sich seine 5 von 5 Sterne Bewertung voll verdient und zieht hoffentlich bald in euer Regal ein ;)





Kommentare

  1. Dieses Buch habe ich auch verschlungen und in sehr guter Erinnerung behalten. Tolle Idee und nicht ein einziges Mal langatmig oder lahm. Tolles Buch!

    Viele Grüße
    Sandra

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